Wichtig: Euer Standesamt legt die genaue Liste fest
Die Unterlagen für eine standesamtliche Trauung sind nicht für jedes Paar gleich. Staatsangehörigkeit, Geburtsort, frühere Ehen, Adoption und Kinder können die Prüfung verändern. Auch Standesämter fordern Unterlagen in unterschiedlicher Form und mit unterschiedlicher Aktualität an.
Der Standardfall: beide deutsch und zum ersten Mal verheiratet
Wenn ihr beide die deutsche Staatsangehörigkeit habt, in Deutschland geboren seid und noch nie verheiratet wart, braucht das Standesamt in der Regel diese drei Nachweise. Manche Ämter können Meldedaten oder Registereinträge direkt abrufen. Bestätigt deshalb auch im Standardfall, was ihr selbst mitbringen müsst.
- Erweiterte Meldebescheinigung. Sie bestätigt unter anderem euren Hauptwohnsitz und Familienstand. Ihr bekommt sie bei der Meldebehörde oder dem Bürgeramt eures Hauptwohnsitzes. Sagt bei der Bestellung, dass ihr sie für die Anmeldung einer Eheschließung braucht. Einige Standesämter rufen die Meldedaten selbst ab.
- Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister. Ihr bestellt sie beim Standesamt eures Geburtsortes. Sie enthält neben den Geburtsdaten auch spätere Hinweise im Register. Eine einfache Geburtsurkunde ist deshalb nicht immer ein Ersatz.
- Gültiger Ausweis. Bringt einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit. Fragt bei einer schriftlichen Anmeldung oder wenn nur eine Person zum Termin kommt nach Vollmacht und Kopien.
Zusätzliche Unterlagen in häufigen Situationen
Die folgende Liste zeigt typische Nachweise, ist aber keine feste Vorgabe für jeden Fall. Euer Standesamt prüft, welche Urkunden ausreichen und ob es Originale, beglaubigte Abschriften oder weitere Nachweise braucht.
Geschieden
Häufig braucht ihr einen aktuellen Nachweis der letzten Ehe, etwa eine Eheurkunde oder beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister, sowie das Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk. Bei einer Scheidung im Ausland kann zusätzlich eine Anerkennung in Deutschland nötig sein. Das Standesamt sagt euch, welche Form für euren Fall gilt.
Verwitwet
Typisch sind ein Nachweis der früheren Ehe und die Sterbeurkunde der verstorbenen Person. Oft kann auch ein aktueller Eheregisterauszug mit Auflösungsvermerk nötig sein. Fragt, welchen Nachweis euer Standesamt verlangt.
Gemeinsame Kinder
Häufig werden die Geburtsurkunden oder beglaubigte Registerauszüge eurer gemeinsamen Kinder verlangt. Je nach Familienstand können auch Nachweise zur Vaterschaftsanerkennung, Sorgeerklärung oder aktuellen Namensführung dazukommen.
Ausländische Staatsangehörigkeit
Typisch ist ein Ehefähigkeitszeugnis des Heimatstaates. Nicht jeder Staat stellt eines aus. Dann kann ein anderes Verfahren nötig sein. Ausländische Urkunden brauchen je nach Herkunft oft eine Apostille oder Legalisation und eine Übersetzung durch eine dafür zugelassene Person. Klärt die genaue Liste vor jeder Bestellung mit dem Standesamt.
Geburt im Ausland oder Adoption
Hier entscheidet das Standesamt anhand eurer Registerlage. Typisch sind eine ausländische Geburtsurkunde, Nachweise zur Staatsangehörigkeit oder Unterlagen zur Adoption und Namensführung. Beglaubigung und Übersetzung können nötig sein. Lasst euch zuerst schriftlich nennen, welche Dokumente anerkannt werden.
So läuft die Anmeldung der Eheschließung ab
- Zuständiges Standesamt finden. Meldet die Eheschließung beim Standesamt am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt von euch beiden oder einer Person an. Wenn ihr getrennte Wohnsitze habt, könnt ihr zwischen den zuständigen Standesämtern wählen.
- Persönliche Liste anfordern. Schildert Staatsangehörigkeit, Geburtsort, frühere Ehen, Kinder und Adoption vollständig. Das Amt nennt euch die passenden Unterlagen und die Form der Anmeldung.
- Dokumente beschaffen. Bestellt Registerauszüge bei dem Standesamt, das den jeweiligen Eintrag führt. Fragt vorher nach der verlangten Aktualität. Viele Ämter erwarten aktuelle Unterlagen, oft nicht älter als sechs Monate. Das ist jedoch keine einheitliche gesetzliche Frist für alle Dokumente. Für Meldebescheinigungen gelten häufig kürzere Vorgaben.
- Ehevoraussetzungen prüfen lassen. Das Standesamt prüft eure Unterlagen und teilt euch mit, ob ihr heiraten könnt. Nach dieser Mitteilung habt ihr sechs Monate Zeit für die Eheschließung. Danach braucht ihr nach § 13 des Personenstandsgesetzes eine neue Anmeldung und Prüfung.
- Am Wunschort heiraten. Die Anmeldung bindet euch nicht an das Standesamt am Wohnort. Ihr könnt grundsätzlich bei jedem deutschen Standesamt heiraten. Meldet euren Wunsch früh, damit die Ämter die Unterlagen weitergeben und ihr den Trautermin getrennt reservieren könnt.
Wann solltet ihr mit den Unterlagen anfangen?
Fragt mehrere Monate vor dem möglichen Anmeldezeitraum bei eurem Standesamt nach der persönlichen Liste. Das ist besonders wichtig bei einer ausländischen Staatsangehörigkeit, einer Scheidung im Ausland, einer Geburt im Ausland oder einer Adoption. Solche Prüfungen können mehr Abstimmung brauchen. Plant keinen festen Beschaffungszeitraum ein, bevor das Amt euren Fall kennt.
Die Anmeldung selbst ist wegen ihrer sechsmonatigen Gültigkeit meist frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin möglich. Terminreservierungen handhaben Standesämter unterschiedlich. Manche vergeben sie früher, andere erst mit der Anmeldung. Fragt beide Punkte getrennt ab. Ordnet die Anmeldung dann in eure gesamte Planung ein. Die nächsten Aufgaben findet ihr in unserer Checkliste für eure Hochzeitsplanung.
Auch die Kosten hängen vom Standesamt und eurem Fall ab. Fragt nach Gebühren für die Prüfung, Urkunden, einen anderen Trauort und mögliche Zusatzleistungen. Für den gesamten Kostenplan hilft euch der Ratgeber „Was kostet eine Hochzeit in Deutschland?“
Häufige Fragen zu Unterlagen und Anmeldung
Wie früh muss man die standesamtliche Trauung anmelden?
In der Regel könnt ihr die Eheschließung frühestens sechs Monate vor eurem Wunschtermin anmelden. Sobald das Standesamt bestätigt hat, dass kein Ehehindernis besteht, müsst ihr innerhalb von sechs Monaten heiraten. Danach sind eine neue Anmeldung und Prüfung nötig. Fragt euer Standesamt zusätzlich, ab wann es Termine reserviert.
Was kostet die Anmeldung der Eheschließung?
Die Kosten unterscheiden sich je nach Standesamt und persönlicher Situation. Zusätzliche Prüfungen, ausländische Urkunden, besondere Trauorte oder weitere Urkunden können den Gesamtbetrag verändern. Lasst euch die Kosten von eurem zuständigen Standesamt nennen.
Braucht man für die standesamtliche Trauung Trauzeug:innen?
Nein. Trauzeug:innen sind in Deutschland seit 1998 nicht mehr vorgeschrieben. Wenn ihr möchtet, könnt ihr meist eine oder zwei Personen als Trauzeug:innen eintragen lassen. Klärt die Einzelheiten mit dem Standesamt, das euch traut.
Kann man in einem anderen Standesamt heiraten als am Wohnort?
Ja. Ihr meldet die Eheschließung beim Standesamt am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt von euch beiden oder einer Person an. Heiraten könnt ihr anschließend grundsätzlich bei jedem deutschen Standesamt. Die Unterlagen werden dafür an das Traustandesamt weitergegeben.
Wie aktuell müssen die Unterlagen für das Standesamt sein?
Viele Standesämter verlangen aktuelle Registerauszüge und Bescheinigungen, häufig nicht älter als sechs Monate. Für eine Meldebescheinigung kann vor Ort eine kürzere Frist gelten. Das ist keine einheitliche Altersgrenze für alle Dokumente. Fragt deshalb vor der Bestellung nach den Vorgaben eures Standesamts.